Donnerstag, 16. Mai 2013

Ein interessanter Bloggerabend mit der Gothaer

Die Gothaer hatte Blogger aus Köln und Umgebung in eine stylische Location eingeladen, um den eigenen neuen Unternehmensblog www.gothaer2know.de vorzustellen und in der Runde der "Blog-Profis" zu diskutieren. Ich selbst fand das Versicherungsgeschäft ehrlich gesagt bisher nicht so spannend, dafür aber die Möglichkeit, mich mit anderen Bloggern auszutauschen und Neues aus und über die Blogger Szene zu erfahren.
Diese Wünsche wurden dann auch schon gleich mit dem ersten Vortrag von Stefan Laurin, dem Gründer des „Ruhrbarone“-Blogs erfüllt.

Zwei Inhalte seines Vortrags sind mir vor allem in Erinnerung geblieben.

Erstens: Im deutschsprachigen Raum kann (fast) niemand von den Werbeeinnahmen seines Blogs leben - auch er nicht. Geahnt habe ich das mit meiner erst zehnmonatigen Bloggererfahrung auch schon, aber wenn das sogar jemand mit  6 bis 8 neuen Artikeln täglich und 400 Tausend Klicks im Monat sagt, bekommt diese Aussage noch viel mehr Gewicht.

Das zweite Thema leitet sich direkt und kausal vom ersten ab: Wer sich vom Schreiben nicht ernähren kann, wird sich erst recht keinen Anwalt leisten, um gegen kostspielige Abmahnungen vorzugehen. Die meisten Blogs hüten sich daher vor kritischer Berichterstattung. Dank des Rechts auf Meinungsfreiheit gewinnt man zwar Auseinandersetzungen, die bis vor Gericht gehen häufig, aber bis es soweit ist, muss man den eigenen Anwalt finanzieren und ein Restrisiko auch mal zu verlieren bleibt immer.

Bei einem Verlagshaus mit mehreren Zeitungen und einer eigenen Rechtsabteilung sieht die Sache da zum Glück ganz anders aus. Darum ist nicht nur die Pressefreiheit, sondern auch die Existenz einer funktionierenden und vielfältigen Presselandschaft eine wesentliche Säule der Demokratie. Diese Funktion können und werden Blogs bzw. Social Media in Deutschland niemals ersetzen. Für mich war der mitreißende Vortrag tatsächlich ein Grund, doch auch einmal über ein Zeitungsabo nachzudenken.

Im zweiten Teil ging es dann um den neuen Blog und Podcast der Gothaer (heute erst 12 Tage alt). Ganz im Sinne von Jeff Jarvis zentraler These aus "Was würde Google tun", will sich die Gothaer den Kunden im Web nicht nur präsentieren, sondern auch ernsthaft mit ihnen in Dialog treten. Dies wird für die Gothaer natürlich auch bedeuten, die Meinungen der Menschen aushalten zu können und den richtigen Umgang mit Kritik zu finden.

Die Zeit wird zeigen, wie die Gothaer insbesondere mit berechtigter Kritik an den eigenen Produkten im neuen Unternehmensblog www.gothaer2know.de umgeht. Wenn man bedenkt, dass Amazon vor allem durch das Zulassen und Veröffentlichen von Kritik an den eigenen Produkten zum wichtigsten Einzelhändler der Welt geworden ist, kann man der Gothaer zu diesem mutigen Schritt nur gratulieren. Sich selbst, wie an diesem Abend, einem nicht unkritischen Bloggerpublikum zu stellen, ist dabei sicherlich ein kluger erster Schritt.

Alles in allem also ein wirklich gelungener Abend in Köln mit neuen Ekenntnissen, neuen Bekanntschaften und der Lüftung eines kleinen Geheimnisses: Man schreibt "Gothaer", aber spricht es "Gothar". Das reingerutschte "e" entstammt einem Possessivpronomen und soll Besitzverhältnisse anzeigegen. Falsch wäre daher "Gothär" zu sagen, mega richtig wäre "Gotha-er". Klar wird es, wenn man den Zusammenhang sieht. Es heißt "Gothaer Versicherungen", so wie es auch "Kölner Wirtshäuser" heißt.

Wie ihr seht, war dies ein Abend, der mich schwer beschäftigt hat  ;-)

Bildquellenangabe:Gerd Altmann  / pixelio.de




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