Dienstag, 26. November 2013

bye bye iPhone, hello Nexus (KitKat für Umsteiger)

Tipps, Tricks und Tools für den Android-Einstieg

Schon seit dem ersten iPhone nutze ich mit Begeisterung die Smartphones von Apple. Ich war von Anfang an überwältigt, von dem "keep it simple"-Design und der intuitiven Bedienbarkeit. Aus meiner Sicht gab es vor dem iPhone kein Produkt, das in der Lage war, mehrere andere Produkte in sich zu vereinen und dabei die kumulative Leistungsfähigkeit der Vorbilder sogar noch zu übertreffen. Einzige Ausnahme ist vielleicht der Radiowecker, aber das ist ein anderes Thema.

Die iPhone-Weiterentwicklung ist jedoch nicht mehr so inspiriert, wie sie einmal war und viele Innovationen gehen mittlerweile von Google aus (Beispiel gefällig? Auto Awesome mit Google+). Das aktuelle Top-Feature des iPhone dagegen, der Fingerabdruckscanner, macht vielleicht eines Tages PayPal zu schaffen, wenn Apple universeller Zahlungsdienstleister werden sollte, aber wirkliche Begeisterung will bei mir aus User-Sicht nicht aufkommen.

Seit einigen Wochen besitze ich nun das neue LG Nexus 5 mit Android 4.4 KitKat und bin begeistert, wie konsequent Google das Betriebssystem in Richtung "Simplifizierung" und intuitive Bedienung weiterentwickelt hat. Noch dazu sind Googles aktuelle Android Geräte deutlich preiswerter (LG Nexus 5 - 349€, Motorola Moto G - 169 €) als Apple Produkte - und bei vergleichbarer Leistung!

Die Software- Ausstattung bei den Google Handys ist bei Auslieferung minimalistich, dafür wartet der Google Playstore mit einer Menge toller Applikationen auf.

TOP Android APPs

Hier einige Android-Applikationen, die mich als verwöhnten iPhone-Nutzer begeistert haben:

  • Kalender Der bei KitKat mitgelieferte Kalender hat mir nicht gefallen. Darum bin ich auf aCalendar umgestiegen und kann diese App im Hinblick auf Übersichtlichkeit und Intuitivität nur empfehlen. Nach links und rechts wechselt man zwischen Tages, Wochen und Monatsansicht durch wischen, nach oben und unten bewegt man sich in der Zeit. Aber auch 2-Fingergesten und lange Drücken haben intelligente Funktionen. Schaut euch die Gestenerklärungen an. Ein weiterer Pluspunkt ist die Übersichtlichkeit. Selbst in der Monatsansicht, lassen sich die ersten Einträge jedes Tages noch gut erkennen.
  • Datenbank Memento ist eine einfache Datenbank-App, mit der sich beliebige Tabellen selbst gestalten und befüllen lassen. Das Highlight ist aber die Synchronisation mit der Google Docs Tabellenanwendung. Damit lässt sich ein zentraler Datenbestand nicht nur sichern, sondern auch an verschiedenen Orten (überall wo ein Webbrowser verfügbar ist) erfassen und pflegen. Der intelligente Sync Mechanismus bringt dann alles wieder auf einen einheitlichen Stand. Für einen Listenfreak wie mich das ideale Verwaltungstool für das tägliche Leben.
  • CamScanner Die App CamScanner steigert die Büroproduktivität und wird schnell zum unverzichtbaren Begleiter. Über die Handykamera können Texte abfotografiert werden. Anschließend können Perspektiv- und Farbkorrekturen vorgenommen werden. Der Clou ist aber, dass man auf Basis eines kostenlosen CamScanner Accounts sogar Texterkennung durchführen und die Dokumente dann als lesbare PDF Dateien weiterversenden kann.
  • Taschenrechner KitKat hat keinen Taschenrechner vorinstalliert, dafür gibt es dutzende Drittanbieterprodukte im Playstore. Bei der Entscheidung für Shake Calc war für mich ein einfaches ansprechendes Layout wichtiger, als diverse wissenschaftliche Funktionen, über die die App aber auch verfügt. Die größte Überraschung erlebt man jedoch bei der Installation, wenn anstelle der üblichen Litanai der folgende Text erscheint: "Für die Ausführung dieser App sind keine besonderen Rechte erforderlich"!
  • MP3 Player Für mich ist Musik durch Coverart immer auch ein visuelles Erlebnis. Bei vielen MP3's fehlen jedoch die Cover und so bin ich auf Player Pro gestoßen. Die App ist ein übersichtlicher, gut gestalteter MP3 Player mit einem großen Vorteil: Es werden nicht nur Cover sondern auch Interpreten und Genre Bilder automatisch aus dem Internet gesucht und zugefügt. Auf diese Weise wird die Benutzung dieses Players immer auch zu einem Augenschmaus.
  • Fotobearbeitung in div. Stilrichtungen Als Webmaster hat man manchmal Bedarf nach einer einfachen Lösung, um auf die schnelle Grafiken oder Illustrationen zu erstellen. Ganz hervorragend geht das mit der App Camera360, die beliebige selbst aufgenommene Fotos in ganz unterschiedliche Stilrichtungen wandeln kann (bunte Comiczeichnung, einfarbige Bleistiftzeichnung, Sommersprossen entfernen, und vieles mehr). Die App ist schnell und intuitiv - wirklich ein Hammer und es gibt sie übrigens auch fürs iPhone.
  • Englisch-Deutsch Wörterbuch Der Klassiker schon auf dem iPhone ist dict.cc. Fast eine Million Übersetzungen offline und immer in der Hosentasche dabei - für jeden der Englisch im Alltag braucht ein Muß.
  • Schnelle Einstellungsänderungen (Quicktoggles) Datenverkehr abschalten und Akkuladestand anzeigen. Beide Themen werden in Android 4.4 nicht befriedigend gelöst, weshalb sich die Installation der App Power Toggles vor allem für alle lohnen könnte, die bei ihrem Handyvertrag nur eine kleine Datenflatrate haben.
  • Dateimanager Auf einem geschlossenen System, wie dem iPhone, macht ein Dateimanager fast keinen Sinn. Bei einem Android-Handy jedoch, eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Ich habe mich für den ES Datei Explorer entschieden, da dieser ein geniales Beispiele für ein neues, intuitives Bedienkonzept bietet. Besonders gefallen mir auch die Funktionen: Zugriff auf freigegebene Platten im Heimnetzwerk, NAS-Systeme, FTP Server und andere Android Handys! Außerdem gibt es eingebaute Viewer für diverse Dateiformate.
  • Navigationssystem Kaum Wünsche offen lässt die kostenlose GPS Navigator App von MapFactor. Sie lässt sich komplett offline betreiben, bietet sowohl kostenlose Karten von www.openstreetmap.de, aber auch kostenpflichtige Karten von TomTom und ist in vielen Punkten konfigurierbar.
  • Tastatur Zuerst war ich mit der von Google mitgelieferten Android-Tastatur noch recht zufrieden, da sie sowohl swypen (wischen), als auch Diktat unterstützt. In beiden Fällen ärgerte ich mich jedoch schon nach Kurzem über den problematischen Einsatz des häufigsten deutschen Satzzeichens: des Kommas. Im Tastaturmodus muss man mehrere Tasten für ein Komma drücken und im Diktat kommt das Wort "Komma" gar nicht erst vor. Beides müsste Google eigentlich im Handumdrehen abstellen können, jedoch scheint da nichts zu passieren. So bin ich bei Swype gelandet und kann diese App nur jedem Handy- Vielschreiber wärmstens empfehlen. Die verbesserte Diktat-Funktion hat übrigens den Ausschlag für die Wahl von Swype im Vergleich zu anderen Tastaturkonkurrenten gegeben.
  • Nachtruhe einhalten Seltsamerweise ist es (noch) nicht Bestandteil des Android Betriebssystems: Ein automatisiertes Stummschalten des Handys zu vorgegebenen Uhrzeiten. Zum Glück gibt's ne App dafür und zwar eine sehr gute (einfach in der Bedienung, unaufdringlich im Strom und Speicherverbrauch): Timeriffic
  • KitKat Feeling auf älteren Android Versionen
    (Nachtrag Januar 2014) Nach dem das Nexus 5 und Android KitKat bei mir einen so guten Eindruck gemacht hatten, haben wir uns zu Weihnachten auch noch ein Android-Pad geleistet, auf dem allerdings "nur" Android 4.1 installiert ist. Dort ist es nicht möglich leere Desktop-Seiten zu entfernen, aber auch dafür gibt's ne App und zwar den NOVA-Launcher. Nach der Installation verhält sich euer Android Gerät sehr viel intuitiver und wem der Launcher nicht gefällt, der deinstalliert ihn einfach wieder.
  • Teilen Liste konfigurieren
    Ein Video, Foto oder Linktipp mit anderen zu teilen ist mit Android kein Problem. Ärgerlich ist nur, dass die Liste der Apps, über die geteilt werden kann, immer länger und damit unübersichtlicher wird. Abhilfe schafft die kleine, kostenlose App Andmade Share, die einem zusätzlich auch noch das eintippen einer Default email-Adresse abnimmt. Und noch ein besonderes Lob: Die App will bei der Installation keinerlei Sonderrechte eingeräumt bekommen!

TOP Android Tipps

Und dann sind da noch ein paar ganz allgemeine Android Tipps und Tricks, die für Umsteiger sicher hilfreich sind.
  • KitKat-Bedienunganleitung
    Das KitKat Betriebssystem ist intuitiv und weitgehend selbsterklärend. Trotzdem würde ich jedem Umsteiger empfehlen, die kurze Bedienungsanleitung ("Quick-Start-Guide", 48 Seiten PDF, englisch) zu überfliegen.
  • Handy verlegt oder geklaut?
    Auf den Webseiten des Google Playstores kann man, wenn man eingeloggt ist, sein Handy auf einer Landkarte orten, klingeln lassen, es sperren und sogar komplett löschen:
    play.google.com  //   Einstellungen (Zahnradsymbol) // Android Geräte Manager
  • Datenumzug von Apple zu Google
    Kein geringerer als Eric Schmidt, der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Google, hat eine Anleitung veröffentlicht, wie die diversen personalisierten iTunes Information und Daten weitestgehend ins Google-Universum übertragen werden können, um sie auf einem Android Device nutzen zu können.
  • Tastatur Sprachaufnahme Taste einblenden Hierzu sind zwei Einstellungen notwendig:
    (1) Tastatur / Taste links vom Leerzeichen 3 Sekunden gedrückt halten und los lassen / Google Tastatureinstellungen / Ankreuzen: "Taste für Spracheingabe"
    (2) Einstellungen / Sprache u. Eingabe / Ankreuzen: "Google Spracheingabe"
  • Ton und Vibration bei jedem Tastendruck abschalten
    Tastatur / Taste links von Leerzeichen 3 Sekunden gedrückt halten und los lassen / Google Tastatureinstellungen / Kreuze entfernen bei "Ton bei Tastendruck" und bei "Bei Tastendruck vibrieren".
  • Google Maps für Offline-Navigation
    Insbesondere für  Leute mit einer kleinen Datenflatrate macht die sehr gute Offline-Navigation von Google Maps sehr viel Sinn. Standardmäßig lädt Maps die Karten immer erst bei Bedarf aus dem Internet nach. Mit einem kleinen Trick kann man das Handy jedoch dazu bringen, die notwendigen Kartendaten vorab zu laden:
    (1) Mit dem Handy in einem Bereich gehen, wo WLAN verfügbar ist.
    (2) Maps aufrufen und dem Zielort suchen
    (3) Wenn die Karte des Zielortes angezeigt wird solange händisch herauszoomen, bis auch der Startort angezeigt wird, also Startort und Zielort auf dem selben Bildschirm.
    (4) Dann oben im Suchfeld von Maps eintippen: "OK Maps". Sämtliche Karteninformationen werden dann heruntergeladen. Dies kann je nach gewähltem Kartenausschnitt auch schonmal einige Minuten dauern.
    Hinweis:
    Für eine Routenberechnung oder Suche ist leider weiterhin eine Internetverbindung erforderlich, die dann jedoch nur sehr wenig Daten überträgt.
  • "OK Google" funktioniert nicht
    Google macht viel Werbung damit, dass das Nexus 5 permanent empfangsbereit für Sprachkommandos ist. Gerade beim Autofahren ein praktisches Feature, dass jedoch aktuell (November 2013) nur funktioniert, wenn auf dem Handy als Standardsprache "Englisch" eingestellt wird.
    UPDATE 2014:
    Mittlerweile funktioniert das markante "OK Google" natürlich auch. Eine Übersicht der zahlreichen Sprachbefehle, die möglich sind, gibt es hier...
  • Fotorahmen während der Ladephase
    Wer sein Handy während des Aufladens als digitalen Fotorahmen nutzen will, für den ist DayDream genau das Richtige: Einstellungen / Display / Daydream
  • Wecker auf den Desktop
    Es ist ein banaler Tipp: Eine Wecker-App zählt auf jedem Handy zu den meist verwendeten Programmen und sollte darum auf dem Desktop sein. In Android KitKat wird eine wirklich brauchbare Wecker-App innerhalb der Uhr mitgeliefert. Diese einfach auf den Desktop ziehen.
  • Gmail mit Fotos aufhübschen
    Wer den Android Gmail Client von Google zum ersten mal aufruft, wird sich vielleicht wundern, warum links von jeder EMail ein großer Buchstabe steht, der dem ersten Buchstaben des Absendernamens entspricht. Das ganze ist nur ein Platzhalter für ein Foto des Absenders, das noch nicht unter Kontakte hinterlegt ist. Und genau das solltet ihr tun. Da vermutlich 90% eurer Emails von nur 10 Absendern kommen (Newsletter eingerechnet), solltet ihr euch die kleine Mühe machen, für jeden Absender ein Foto zu hinterlegen. Das kann auch direkt mit dem Handy vom Bildschirm abfotografiert sein. Der Effekt ist, dass euer Posteingang in Gmail sehr viel ansprechender und übersichtlicher wird. 
  • Datenverkehr abschalten und Akkuladestand anzeigen Beide Themen werden in Android 4.4 nicht befriedigend gelöst, weshalb sich die Installation der App Power Toggles vor allem für alle lohnen könnte, die bei ihrem Handyvertrag nur eine kleine Datenflatrate haben. Mit zwei Fingern zieht man dann die Google Einstellungen ins Bild währen man mit einem Finger u.a. die Power Toggle Einstellungen ins Bild zieht. Sehr praktisch!
  • Fotos in Android finden Android speichert Fotos standardmäßig unterhalb eines Ordners namens DCIM ("Digital Camera Images", also übersetzt: Digitale Kamera Bilder).

Bildquellenangabe: "Nexus 5"/ google.de

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