Mittwoch, 16. April 2014

Produktivität in Android vs iOS

Seit gut vier Monaten bin ich stolzer Besitzer eines Nexus 5 Smartphones mit Android 4.4 an Bord. Vorher hatte ich ein iPhone und stelle nun erfreut fest, dass ich mit dem Android Gerät in den letzten Monaten viel produktiver geworden bin. Dies führt mich zu folgendem Vergleich zwischen iOS und Android im Hinblick auf die Effizienz in der Bedienung. Es geht um integrierte und auch installierbare Funktionen (Apps), welche die tägliche Arbeit mit dem Android-Smartphone erleichtern und beschleunigen.

(1) Drei-Tasten-Steuerung
Ich gebe es zu: Mein zweijähriger Sohn und meine 73-jährige Mutter können iOS Geräte besser bedienen als solche mit Android, da sie es im Problemfall nur mit einem "Panikknopf" zu tun haben. Für die tägliche Arbeit reicht mir die Home Taste alleine aber mittlerweile nicht mehr aus. Die Home-Taste wird bei Android optimal ergänzt durch eine Taste für die Liste der offenen Applikationen und durch eine Taste um einen Schritt zurück zu gehen. Wer sich einmal daran gewöhnt hat diese Funktionen immer an der selben Stelle wiederzufinden, statt auf dem Bildschirm die "Back-Taste" zu suchen, wird dies nicht mehr missen wollen.

(2) Telefonbuch/Kontakte
Es ist so banal und trotzdem sehr sehr hilfreich: Warum ist das Telefonbuch bei iOS alphabetisch sortiert? Unter Android ist es nach der Häufigkeit der letzten Anrufe sortiert. Allein diese winzige Kleinigkeit spart viel Zeit und Frust bei der Auswahl eines Kontaktes. Optional lässt sich natürlich auch die alphabetische Sortierung aktivieren.
Außerdem lassen sich sehr leicht Fotos der Kontakte hinterlegen, was die Verwendung der Telefon-App nochmals deutlich übersichtlicher macht. Ich knipse mit dem Handy einfach Profil Fotos meiner häufigsten Kontakte aus dem Internet ab. Das geht in Sekunden und reicht von der Auflösung für die kleinen Kontakte Bildchen vollkommen aus.

(3) Alternatives Eingabesystem: Swype und Dragon Dictate
Beim iPhone bis dato auch nicht möglich: Die Installation einer alternativen Tastatur. Die verschiedenen Anbieter von Swype Tastaturapps würden liebend gern auf den iOS Markt, jedoch verhindert dies Apple zur Zeit noch.
Swypen (Buchstaben wischen) und Diktieren sind bereis bei der von Google mitgelieferten Androidtastatur-App möglich, jedoch sind beide Funktionen in der Swype Applikation um Lichtjahre besser umgesetzt.
Mittlerweile tippe ich kaum noch auf dem Handy. Im öffentlichen Raum wird "geswypt" und wenn ich alleine bin, diktiere ich einfach meine Texte direkt in das Nexus 5. Übrigens werden auch Satzzeichen richtig erkannt, was bei der in Android mitgelieferten Spracherkennung leider nicht der Fall ist (Hallo Google, dies ist ein kleiner Wink mit dem Zaunpfahl!). Zur Info:  Auch diesen Text habe ich einfach direkt in die Blogger Applikation auf meinem Handy diktiert.
Swype und Dragon Dictate haben meine Arbeitsweise und Geschwindigkeit verbessert, wie bisher nichts anderes! Die Vollversion kostet nur etwa 3 Euro, die sich wirklich lohnen.
Hinweis zu iOS: Seit Siri (also ab dem iPhone 4s) kann man natürlich auch auf dem iPhone frei diktieren. Nutzern älterer iOS Geräte empfehle ich die DragonDictate-App.

Update vom 2.6.2014: In der heutigen Keynote zur WWDC 2014 kündigt Apple an, in iOS8 ab Herbst dieses Jahres auch alternative Tastaturen zu unterstützen. Damit dürfte sich die Gemeinde der Swype-Fans erheblich ausweiten.

(4) Memento Database
Als letztes möchte ich auf eine Datenbank Applikation hinweisen, die ich in dieser Form für iOS auch noch nicht gefunden habe. Auf den ersten Blick ist die Memento DataBase eine einfache Datenbank Applikation, wie es sie vielfach für Smartphones gibt. Der Clou liegt jedoch in der Möglichkeit, Tabellen zwischen dem Smartphone und der Google Tabellen Anwendung im Internet via WLAN zu synchronisieren!
Hierdurch werden die Vorteile beider Welten vereint: Einerseits hat man die gewünschten Datenbestände auf dem Smartphone immer dabei und auch offline verfügbar. Auch das schnelle Editieren und Anfügen von Datensätzen ist dank Swype und DragonDictate unterwegs kein Problem. Auf der anderen Seite sind alle Datenupdates via Knopfdruck auch in der Google Tabellen App (Google Drive / ehemals "Docs") verfügbar, und können dort noch bequemer bearbeitet, analysiert, exportiert und konvertiert werden. Wichtiger Tipp: Änderungen an der Datenbankstruktur (z.B. eine neue / zusätzliche Spalte) macht man besser auf dem Handy und synct sie nach Google Docs - umgekehrt funktioniert es leider nicht.
Anwendungsbeispiele für die Sinnhaftigkeit einer portablen Datenbank gefällig? GTD-Aufgabenlisten (Getting-Things-Done), einfache Todo-Listen, Auftragslisten für Außendienstmitarbeiter, erweitertes Adressbuch (CRM), Ideenverwaltung, Geschenkideen-Liste, Bookmarks, Rezepte, und alles was euch selbst noch dazu einfällt...

(5) Look and Feel
Eine Sache, die ich bei iOS und leider auch bei einigen "verschlimmbesserten" Android-Derivaten hasse, ist die Anzeige von Ordnern. Bei iOS sind Ordner abgerundete Quadrate mit bis zu 9 sehr kleinen Icons darin. Wenn man viele Ordner auf seinem iOS-Desktop hat, wirkt dieser unübersichtlich und erschlagend.
Anders bei Android  (zumindest bei KitKat auf meinem Nexus) - hier werden Ordner durch die ersten 3 Symbole in Originalgröße (leicht versetzt) angezeigt, was deutlich angenehmer für das Auge ist.
Okay, vielleicht ist das nur eine Kleinigkeit und Geschmackssache, aber diese machen das Userinterface doch gerade erst interessant.
Apropos Userinterface: Auch hier könnte dank "Material Design" Google demnächst die Nase vorne haben. Erste Videos lassen einiges erwarten.

Zum guten Schluss...
So, das waren sie, meine vier Top-Argumente für Android-Handys. Vom besseren Preis-Leistungsverhältnis ganz zu schweigen, lohnt sich mittlerweile der Blick auf "die andere Welt" auch für eingefleischte Applefans, wie ich es war. Insbesondere die Nexus-Geräte, die sich bei den vorinstallierten Apps durch "weniger ist mehr" auszeichnen, sind für Umsteiger vielleicht besonders geeignet. Die häufigen Softwareupdates und die seltenen Hardwareupdates geben einem ähnlich wie beim iPhone das Gefühl, ein besonders wertiges Gerät zu haben. Ich zumindest würde beim aktuellen Stand der Technik nicht mehr zurück tauschen wollen.

Bildquellenangabe:"Ziffernblatt "Thomas Siepmann  / pixelio.de
"Android-Buttons"  Walid Chaar / chaar.de
"Android vs iOS Folder"  Walid Chaar / chaar.de
Videos: youtube.de

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