Sonntag, 5. Juni 2016

Chronologische Sortierung ... kämpft dafür!

Es klingt zunächst harmlos: immer mehr Internetdienste, wie zuletzt Instagram, schaffen die Möglichkeit ab, Inhalte chronologisch zu sortieren. Diese Entwicklung macht mich sehr nachdenklich.

Als Alternative soll ein Algorithmus die Interessen des Nutzers durch Analysen "erraten" und die dargebotenen Inhalte, dem analysierten Nutzerverhalten entsprechend, selbst sortieren und priorisieren.

Die Socialmedia-Konzerne machen dies jedoch nicht in erster Linie aus Gründen der Übersichtlichkeit oder des Bedienkompforts. Sonst würde die chronologische Anzeige zumindest optional zur Verfügung gestellt bleiben. Die Chronologie wird jedoch oft komplett abgeschafft .

Der Grund liegt auf der Hand.

Die chronologische Sortierung ist unbestechlich!

Social Media Konzerne leben von Werbeeinnahmen . Bei der chronologischen Sortierung kann wirklich passende Werbung nur zufällig eingeblendet werden, nämlich dann, wenn sie zu dem gerade einfließenden Inhalt des Nutzers passt.

Wenn aber durch einen Algorithmus aus einem ganzen Stream von Inhalten überwiegend die priorisiert werden, die am besten zu den meistbietenden Werbepartnern passen, wird deren Erfolgsquote erhöht, da die Aufmerksamkeit des Nutzers, sowieso schon beim Thema ist.

Die Abschaffung der chronologischen Anzeige von Inhalten wird aus meiner Sicht zum Beginn einer manipulierten Nutzeraufmerksamkeit. Dabei ist effektivere Werbung noch der harmloseste Grund. Richtig schlimm wird es, wenn die Nutzeraufmerksamkeit zu Gunsten von unternehmensstrategischen oder gar politischen Zielen gelenkt wird.

Der Hinweis von immer mehr Internetaktivisten lautet daher:
  • Meldet euch von Diensten ab, die chronologische Sortierung nicht anbieten oder abschaffen!
  • Dort wo chronologische Sortierung nur optional angeboten wird: verwendet sie!

Bildquellenangabe:Joerg Trampert  / pixelio.de

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