Freitag, 29. Mai 2015

Google Fotos - das ändert einiges! (Google I/O 2015)

Gestern war die Google I/O Keynote 2015. Das ist so eine Art Pressekonferenz, bei der die großen Neuerungen, die Google in den nächsten Monaten vorstellen will, medienwirksam angekündigt werden.

Neben vielen anderen Themen war aus meiner Sicht die Ankündigung einer neuen "Google Fotos" Applikation die ganz große Nachricht des Abends, da hier das erste mal in der Geschichte des Internets ein kostenloser, unbegrenzt nutzbarer Cloud-Datenspeicher angeboten wird!

Ich beschränke mich hier mal darauf, Vorteile, Nachteile und mögliche Auswirkungen dieses Novums kurz stichpunktartig zu nennen...




Vorteile
  • Kostenloser, unbegrenzter Speicher für Fotos bis 16 Megapixel und Videos bis 1080p!
  • Weltweiter schneller Zugriff auf das gesamte Fotoarchiv dank Google Infrastruktur
  • Die Fotos bleiben dabei natürlich Privateigentum und werden nicht öffentlich geteilt.
  • Intuitive Bedienung (siehe Video)
  • Automatische Erkennung von Personen, Orten und Gegenständen durch künstliche Intelligenz. Man kann im eigenen Archiv z.B. nach allen Fotos suchen, die in Köln geschossen wurden und auf denen eine Banane zu sehen ist.
  • Diashows und Urlaubsvideos lassen sich vollautomatisch generieren.
  • Der Dienst ist verfügbar für Android, iOS und Webbrowser.

Nachteil
  • Die Bilder werden nicht im Original, sondern komprimiert abgespeichert. Wer unbedingt Originaldateien ablegen möchte (oder auch RAW-Dateien), dem stehen kostenlos nur maximal 15 Gigabyte (kostenfrei) zur Verfügung. Trotzdem reicht laut Google das komprimierte Format noch aus, um z.B. ein Fotoposter davon zu erstellen.
  • Man bindet sich weiter an Google und weiß nie so genau, welchen behördlichen Stellen Zugriff die Daten gewährt wird (siehe auch nächsten Absatz).

Mögliche Auswirkungen
  • Andere Cloudanbieter müssen sich warm anziehen, da ein erheblicher Anteil ihres kostenpflichtigen Dienstleistungskatalogs (Filme und Fotos) nun bei Google kostenlos zur Verfügung steht.
  • Externe Massenspeicher werden zu einem hohen Prozentsatz für die Speicherung von Filmen und Fotos eingesetzt. Auch hierbei (Speicherhardware) könnte die Nachfrage zurück gehen.
  • Bei der Tätersuche nach einem Schwerverbrechen, wäre Google rein theoretisch in der Lage, zufällige Fotos des Tatorts von Unbeteiligten auf Nachfrage entsprechender Behörden schnell und einfach zu analysieren (wenn es dafür eine Rechtsgrundlage gäbe). 
Seit dem die ersten digitalen Kameras auf dem Markt sind, schlagen sich die meisten Familienväter mit dem nervigen und aufwendigen Thema Fotoverwaltung herum...

  • Die Datenspeicher sind zu schnell voll und sind langfristig nicht sicher vor Datenverlust.
  • Die Speichermedien werden oft schon nach wenigen Jahren nicht mehr unterstützt (Disketten, VHS etc.)
  • Eine saubere Archivierung (Bennenung der Bilder) ist sehr aufwendig.
  • Wenn man dann wirklich ein Foto sucht, findet man es am Ende oft doch nicht.

"Google Fotos" macht Schluss mit all diesen Problemen und bietet diverse zusätzliche Möglichkeiten. Das Schwelgen in Foto-Erinnerungen wird für die breite Masse einfacher und auch schöner, z.B. durch die automatisierten Urlaubsvideos und der Gesichtserkennung.

Na dann - viel Spass beim Ausprobieren!


Bildquellenangabe:Google Photos Werbefilm / youtube.com

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