Donnerstag, 29. November 2012

Sonnenöfen ... einfach aber beeindruckend

Eine faszinierende Dokumentation auf Arte, "Die Sonnenöfen der Pyrenäen", hat mich von der Durchführbarkeit der Energiewende so überzeugt, wie vorher kein anderes Argument.

Es geht darin vor allem um den Ingenieur Eudeline Denis, der so eine Art französischer "Daniel Düsentrieb" ist und in den Pyrenäen einen großen Sonnenofen zu Forschungs- und Demonstrationszwecken betreibt.

Die Anlage besteht im Grunde nur aus zwei aufeinander ausgerichteten Spiegeln, die in der Lage sind, im Brennpunkt des Hohlspiegels 3.000 Grad Hitze zu erzeugen! Selbst in der Sonne werden "nur" 6.000 Grad erreicht.
Beeindruckend wird gezeigt, wie Holz, Schiefer und selbst Stahl in sekundenschnelle im gebündelten Sonnenlicht zu schmelzen beginnt.

Die kleine 5 Personen Firma erprobt die Nutzbarkeit von Sonnenöfen, z.B. für den Einsatz in Afrikanischen Dörfern, zum
  • Brot backen
  • Keramik brennen
  • Werkzeuge schmieden
  • Kochen 
  • Kunsthandwerk gießen
  • Kochtöpfe aus Aluminium machen
  • usw.
Das Alles ist schon längst erprobt, praktikabel, preiswert und einfach in Wartung und Anwendung.

Der Film geht aber noch weiter und zeigt zwei weitere Solar- Forschunganlagen in den Pyrenäen, bei denen an der Wasserstoffgewinnung durch Sonnenlicht und der Stromversorgung ganzer Landstriche durch Solarthermie gearbeitet wird.

Im Film klingt an, dass alle drei Anlagen in Süd- Frankreich besichtigt werden können und es teilweise auch Führungen gibt. Wer also mal einen "Sonnenurlaub" im wahrsten Sinne des Wortes machen möchte, fährt im nächsten Frankreichurlaub einfach mal bei Four Solaire in Mont Louis (Google Maps) vorbei.

Der Film endet so spektakulär wie er angefangen hat. Es wird ein kurzer Einblick in das internationale Projekt Desertec gewährt, bei dem u.a. in Aussicht gestellt wird, schon mit dem jetzigen Stand der Technik, die Stromversorgung der gesamten Weltbevölkerung mit nur einem Prozent der Saharafläche bedienen zu können! Aber bis dahin ist es leider noch ein sehr weiter Weg.

Dem Schlusswort von Eudeline Denis ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen (Zitat):
"Ich träume von einer Welt, die im Einklang mit der Natur steht - und nicht gegen sie. Ich glaube, die Menschheit befindet sich noch im Stadium der Adoleszenz. Wenn man jung ist, macht man eine Menge Blödsinn. Wir machen Blödsinn mit der Atomkraft, mit der Gentechnik, dadurch, dass wir glauben, über die Natur erhaben zu sein. Die Natur ist aber unendlich viel größer als wir. Die einzige Zukunft, die wir haben, liegt darin, mit der Natur zu gehen - und nicht gegen sie."

Bildquellenangaben (c):

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