Samstag, 19. Oktober 2013

42reports.com - eine Geschäftsidee, die beeindruckt

Es geschieht selten, dass ich innerhalb einer Woche auf zwei verschiedene technische Ideen stoße, die mich wirklich beeindrucken. Letzte Woche war es der Bezahlcode, die Lösung für den mittlerweile völlig unnötigen Aufwand Überweisungen noch von Hand einzugeben. Diese Woche ist es ein junges Startup aus Berlin: www.42reports.com.
Diese Firma macht sich einen genialen kleinen Trick zunutze, um "Offline Analytics", also das Messen von Kundenströmen in Filialgeschäften zu ermöglichen.
Aus meiner eigenen Berufserfahrung weiß ich, wie aufwendig, teuer und langwierig die Ermittlung von statistischen Informationen in der "realen Welt" ist. Von Möglichkeiten wie sie beispielsweise Google Analytics für Webshops bietet, konnten Betreiber realer Ladenlokale bisher nur träumen.

Seit Juni 2013 ist nun die Firma 42reports.com am Markt, um dies zu ändern. Die Methode zur Messung der Kundenströme macht sich zu Nutze, dass immer mehr Menschen ein Smartphone in der Tasche haben. Die meisten Smartphones sind so eingestellt, dass sie ständig auf der Suche nach WLANs in der Umgebung sind. Dafür wird alle 10 bis 15 Sekunden eine Art Ping abgesetzt, der von einem speziellen WLAN Router registriert und mit samt der eindeutigen MAC-Adresse und der Signalstärke abgespeichert und an ein Online-Analysetool übertragen wird.

Mit Hilfe dieser Informationen können Geschäftsbetreiber z.B. folgende Fragen klären:
  • Wieviele Passanten laufen am Laden vorbei
  • Wieviele Besucher kommen in den Laden
  • Wieviele Besucher kommen öfter (Stammkunden)
  • Bei Installation mehrerer WLAN-Router kann sogar gemessen werden, in welchen Bereichen des Ladenlokals sich die Besucher für wie lange aufhalten - also auch Warteschlangen.
  • In welcher Reihenfolge laufen die Besucher durch den Laden (rechtsdrehend, linksdrehend)
  • Welche Zonen des Ladens (Produktbereiche) sind besonders frequentiert.
  • Bevor man sich für eine Immobilie entscheidet, könnte man z.B. durch Aufstellen eines Gerätes auch die Kundenströme zu verschiedenen Tageszeiten und Wetterbedingungen ermitteln.
Das alles kann online und so wie ich es verstanden habe intraday ausgewertet werden.

Die Kunden merken davon nichts. Da sämtliche MAC-Adressen schon im Router pseudonymisiert werden, kann auch kein Rückschluss auf personenbezogene Daten gezogen werden.

Aus meiner Sicht also eine wirklich gute Idee, die (wie immer bei guten Ideen), vermutlich auch bald sehr viele Nachahmer finden wird.




Bildquellenangabe:johannes vortmann  / pixelio.de 

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